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Schröpfen

Ein jahrtausende altes Heilverfahren

Eine über 5000 Jahre alte traditionelle Geschichte

Viele denken beim Schröpfen an eine blutige Behandlung aus dem Mittelalter

Grundsätzlich wird aber dabei ein Glas auf die Haut  aufgesetzt, in welchem der Unterdruck erhöht wird. Dadurch wird die Haut in das Glas gesaugt. Die Gläser werden nun entweder eine Zeit lang an der Stelle belassen oder es findet eine Ölmassage mit den Gläsern in kreisenden Bewegungen statt.

Das sogenannte Schröpfen, ist ein traditionelles Naturheilverfahren mit einer über 5000 jährigen Geschichte, das heutzutage auch der alternativen Medizin zugeordnet werden kann. Das Verfahren wurde bereits von Naturvölkern eingesetzt und späterhin von den einstigen Hochkulturen wie zum Beispiel den Mesopotamiern, Indern und Ägyptern übernommen und weiterentwickelt. 

Im polytheistischen Griechenland glaubte man unter anderem an Telesphorus, den Gott des Schröpfens. Auch Hippokrates, dem Urvater der heutigen Medizin, war das Schröpfen sehr gut bekannt. Im Mittelalter setzte man zur Behandlung der betroffenen Körperstellen abgeschliffene und erwärmte Kuhhörner ein, die dadurch zum Zunftsymbol der Bader, der damaligen Chirurgen, wurden.

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts und der Entwicklung der Pharmacie wurden neue Behandlungswege mit der Nutzung von chemischen Substanzen beschritten. Es war so erstmals möglich, Symptome schnell, gezielt und auf einfachem Wege mittels des Einsatzes von Medikamenten, Salben und dergleichen mehr studienbasiert einzusetzen. 

Das Schröpfen wie auch anderen Heilverfahren verloren durch den Beginn der Schulmedizin zusehends an Bedeutung und gerieten durch diverse Fehlanwendungen in Misskredit. Durch die heutige Rückbesinnung auf traditionellere Behandlungsmethoden, u.a. bedingt durch Phänomene wie Medikamenten-Resistenzen und die Zunahme von Allergien in schulmedizinischen Behandlungen, erfährt das Schröpfen nun wieder vermehrten Zuspruch. 

Dies wird unterstützt durch diverse medizinische Studien, die die Verbindung und Stimulanz zwischen Körperoberfläche und betroffenem Organ belegen. Dort entfaltet das Schröpfen seine Wirkung. Besonders weitreichende Bedeutung erhielt das Schröpfen seit jeher in der chinesischen Heilkunde – der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). In diesem ganzheitlichen Behandlungsansatz wird, das dort als Ba Guan bezeichnete, Schröpfen seit mehr als 2000 Jahren bis heute als eine Form der sogenannten äußeren Medizin eingesetzt.

TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)

In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Mensch als Bestandteil des großen Ganzen bzw. der Natur betrachtet. Dabei wird angenommen, dass der menschliche Körper ein Ebenbild des Kosmos ist und ihn sozusagen mikroskopisch abbildet. 

Zentraler Begriff der TCM Lehre ist hier das TAO, symbolisiert durch den Kreis, das für den Beginn allen Seins steht und die Unendlichkeit und Ungreifbarkeit des Universums beschreibt. Auf Basis dieser Weltsicht geht man in diesem Heilverfahren davon aus, dass die Gesetze des Kosmos auch für die Lebewesen auf der Erde bis hinab zu den Zellen gelten und wirken sollen.

Dieses ganzheitliche Prinzip bietet damit Grundlage für den TCM Ansatz zur Ursache und Heilung von Krankheiten und Gebrechen. Zentrale Bedeutung hat die Kraft der Natur, die zur Erhaltung der menschlichen Gesundheit genutzt wird.

Das TAO ist dabei unterteilt in zwei polare Kräfte, die nicht unabhängig voneinander existieren können und sich dabei ergänzen, wie Tag und Nacht, hell und dunkel, positiv und negativ. Diese werden in der chinesischen Philosophie als Yin (dunkel, männlich, negativ, etc.) und Yang (hell, weiblich, positiv, etc.) bezeichnet und stellen das energetische Gleichgewicht in der Natur dar. Man geht nun davon aus, dass der menschliche Körper gesund ist, wenn diese beiden Kräfte in Harmonie befindlich sind. 

In diesem Falle zirkuliert die Energie frei im Körper. Diese Energie wird durch den Begriff des „Qi“ (Tschi ausgesprochen), das sich mit Kraft, Atem oder auch Luft übersetzen lässt, erfasst. Es beschreibt die Lebenskraft, die jedem Menschen inne wohnt und eine Funktion der Ernährung und der Abwehr ist. Diese Energie durchströmt uns auf bestimmten Bahnen, welche im deutschen Sprachgebrauch auch Meridiane oder Leiterbahnen der Energie genannt werden. Sie verbinden die Körperoberfläche mit dem Inneren des menschlichen Körpers und dadurch die Punkte des menschlichen Körpers, die bestimmte Organe stimulieren können. 

Ein spezieller Meridian versorgt dabei ein spezielles Sinnesorgan, Organ oder eine Körperzone mit Energie und Blut. Das fließende Qi sammelt sich in fünf Becken, den sogenannten Chakren. Das erste befindet sich im Kopf und die weiteren entlang der Wirbelsäule. Zwischen den Chakren findet ein ständiger Austausch des Qis statt. Es durchströmt den Menschen in einem Kreislauf. Alles ist daher im menschlichen Körper miteinander verbunden und arbeitet zusammen. Auch Körper, Geist und Seele werden als eins gesehen, woraus sich ein sehr fortschrittliches Verständnis von Gesundheit und Krankheit ergibt.

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Gesundheit und Krankheit

Bei einem gesunden Menschen befindet sich das Qi in einem ständigen Fluss. Es besteht ein Gleichgewicht der Kräfte und dies gilt es zu wahren. Der Mensch ist also gesund, wenn sich sein Inneres mit seinem Äußeren, sein linker mit seinem rechten Körperteil sowie sein unterer mit seinem oberen Körperteil im Gleichgewicht der Energien befindet. Gesundheit ist in diesem Fall die Abwesenheit von Schmerz, Leid und Blockaden. 

Blockierte Chakren und ein gestörter Energiefluss sorgen für ein Ungleichgewicht und lassen Krankheiten entstehen. Diese Block-ierungen können verschiedene Gründe haben. Ist der Mensch beispielsweise von Sorgen geplagt, kann das Kopf-Chakra blockieren und den Energiefluss verringern. Dies wirkt sich auf den ganzen Körpers aus. 

So lassen sich Bauchschmerzen erklären, die während Stress oder Sorgen entstehen. Körper und Geist sind eine Einheit, die einander beeinflussen. Diese Zusammenhänge zu entschlüsseln ist die Kunst der TCM.

Die Arten des Schröpfen

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich drei zentrale Formen des Schröpfens entwickelt. Dies sind:

– das blutige Schröpfen  (diese Anwendung wird von uns nicht angeboten)

– das trockene Schröpfen und

– die Schröpfkopfmassage

Beim blutigen Schröpfen wird die Haut an einem Punkt angeritzt und anschließend das Schröpfglas aufgesetzt. Durch den Unterdruck tritt dann Blut aus der kleinen Wunde aus.

Bei diesem Prozess wird jedoch nur eine minimale Menge von rund 25 ccm Blut pro Schröpfglas gelassen. Diese Methode hat eine ähnliche Wirkung wie das traditionelle Aderlassen und der Einsatz von Blutegeln auf der Hautoberfläche.

Sie ist aber nicht verbunden mit der Einführung von Fremdkörpern wie Nadeln oder dem Beißapparat von Egeln in die Hautoberfläche und damit vergleichsweise schonend.

Die Wirkung des blutigen Schröpfens dient der Auslieferung von Giftstoffen. 

Das weitverbreitete, unblutige und daher trockene Schröpfen ist eine Möglichkeit, um Faszien zu lockern, Verspannungen zu lösen, Durchblutung und das Immunsystem anzuregen. Hier wird lediglich das Schröpfglas auf die Anwendungsstelle aufgesetzt und dieser Bereich lokal evakuiert.

Hierdurch wird die Durchblutung des Gewebes stark erhöht und Blutgewebsflüssigkeit gebildet, die zu weiteren Reizen im Gewebe führt und der Stärkung der Selbstheilungskräfte dient.

Die Schröpfkopfmassage ist schließlich eine besondere Form des trockenen Schröpfens. Hier verwenden wir ein angenehmes Massageöl, auf den der Schröpfköpf anschließend aufgesetzt und über einen bestimmten eingeölten Hautbereich bewegt wird.

Durch diese gleitende Unterdruckbehandlung wird eine noch stärkere großflächige Wirkung erzielt als bei der lokalen Behandlung des trockenen Schröpfens. 

Schröpfen als Faszientherapie

Neben der Anwendung des Schröpfens in der klassischen TCM findet das Schröpfen auch großen Anklang in der Anwendung zum lösen der Faszien (senmotische Faszientherapie). Sie fußt auf den schulmedizinischen Erkenntnissen, dass die Muskelstränge des menschlichen Körpers durch ein Gewebe einerseits räumlich voneinander getrennt werden, als auch andererseits formgebend wirkt. 

Durch dieses Gewebe wird auch die bereits angesprochene Lymphe von Muskelfaser zu Muskelfaser geleitet. Dieses Gewebe ist uns besser bekannt als Faszie. Insbesondere nach äußeren Eingriffen wie Operationen, bei Entzündungen im Hautgewebe, aber auch schon nach sportlichen Aktivitäten, die mit Muskelkatern oder Zerrungen verbunden sind, sind Verklebungen der Faszien Ursache für das körperliche Unbehagen. 

Um diese Verklebungen zu lösen, kann die Schröpfmassage entlang der jeweils betroffenen Muskulatur eingesetzt werden. Hier ist es möglich, die tatsächlich durch Verklebungen der Faszien betroffenen Stellen durch Entlangfahren des evakuierten Schröpfkopfes genau zu lokalisieren. Im Bereich der Verklebungen wird der Schröpfkopf nur mit erhöhtem Kraftaufwand weiterbewegbar sein. 

Gut durchblutete Gewebsbereiche hingegen lassen ein fast widerstandsfreies Fortbewegen des Glases zu. Faszien-Anwendungen im Gesicht, speziell im Kieferbereich z. B. nach einem Zahnarztbesuch (bei abgeklungener Narkose), sind bei Nutzung eines entsprechenden Schröpfglases mit kleinem Durchmesser ebenfalls möglich. 

Das Schröpfen im Gesicht findet außerdem zur Vorbeugung und Behandlung von Falten Beliebtheit. Durch eine tägliche Anwendung der Schröpfgläser im Gesicht soll die Durchblutung angeregt werden, was AnwenderInnen ein gestärktes Bindegewebe verspricht.

Schröpfen im Allgemeinen kurbelt die Durchblutung des Gewebes an. Das ist auch an den roten oder sogar blauen Hautverfärbungen, die nach dem Schröpfen zurückbleiben, sichtbar. 

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Das Blut „schießt“ in die Stelle, auf welcher die Schröpfgläser lange angesetzt waren. Dadurch wird der Stoffwechsel in dieser Körperregion beschleunigt, was einen schnelleren Abtransport von Abfallstoffen und eine schnellere Zufuhr von Sauerstoff zur Folge hat.

Auch verklebte Faszien geben vermehrt Abfallstoffe ab, welche durch das ansetzen der Schröpfgläser und die vermehrte Durchblutung abtransportiert werden. Dieser Prozess ist für die einen sehr schmerzhaft, kann aber auch mit einem augenblicklichen Gefühl der Schmerzerleichterung einhergehen.

Wenn die Gläser beispielsweise auf dem Rücken bewegt werden, hat das Schröpfen für die Faszien einen ähnlich wohltuenden Effekt wie eine Massage. Kommt es beim Bewegen der Gläser zu deren Ablösung oder zum Stocken, so dass es schwer wird, gleichmäßige Bewegungen durchzuführen, kann das an besonders verklebten Faszien liegen. In diesem Fall können die kreisenden Bewegungen auf diesen Punkt konzentriert werden oder es kann ein Schröpfglas auf diesem Punkt angesaugt werden.

In diesem Fall kann bei Dir auch ein Triggerpunkt vorliegen. Triggerpunkte auch Myogelosen (Muskelverhärtung) genannt, sind kleine Knötchen in der Muskulatur in einem krampfähnlichen Zustand. Sie sind schmerzempfindlich auf Druck und können auch auf entferntere Bereiche Schmerzen übertragen. Sie entstehen durch Überbeanspruchungen oder Unterbeanspruchungen der Muskulatur. Mittels Massagen und weiteren Anwendungen können Triggerpunkte beseitigt werden wie beispielsweise der ischämischen Kompression oder Akupressur. 

Auch das Schröpfen kann bei Triggerpunkten Abhilfe verschaffen. Hierbei wird der Schröpfkopf gezielt auf den Punkt angesetzt und ähnlich wie bei der Akupressur dort gehalten. Ziel ist es, die durch den Triggerpunkt, verklebten Faszien „aufzudehnen“. Neben der eigentlichen Triggerpunktbehandlung ist die Faszienbehandlung ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Du siehst: der Einsatzbereich des Schröpfens ist also äußerst vielfältig. 

Achtung: Es ist wichtig zu betonen, dass das Schröpfen vor allem seine Auswirkungen auf die Oberen Hautschichten hat und somit nur geringfügig tiefliegendes Gewebe beeinflusst. Im Allgemeinen wurden noch keine nennenswerten Studien zum Thema Schröpfen bei verklebten Faszien oder Triggerpunkten durchgeführt, das Prinzip des Schröpfens ähnelt jedoch der Massage des Rückens mit einem Faszienball. Daher ist auch hier ein positiver Effekt wahrscheinlich, was viele AnwenderInnen aus ihrer Erfahrung bestätigen.

Probier diese Form der Faszientherapie einfach einmal für Dich aus.

Wirkung der Schröpfkopfmassage

Die Schröpfkopfmassage erfreut sich großer Beliebtheit während einer Spa-Behandlung, da sie zahlreiche positive Auswirkungen auf den Körper hat. Vor allem fördert diese Massageart die Blut- und Lymphzirkulation. Auf diese Weise kann der Körper Abfallprodukte des Stoffwechsels einfacher loswerden. Zusätzlich fördert die Schröpfkopfmassage die körpereigenen Selbstheilungskräfte und stärkt das Immunsystem. Dies ist für die Behandlung von z.B. Cellulite sehr hilfreich.

Die Haut wird auch empfänglicher für pflegende Substanzen – Salben und Cremes können effektiver aufgenommen werden. Wenn man die Schröpfköpfe an spezifischen Stellen entlang des Rückgrats benutzt, kann dies die Meridiane stimulieren, die für den Fluss der Energie verantwortlich sind. Meridiane sind ein zentrales Konzept in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

Sie sind unsichtbare Energiekanäle im Körper, entlang derer die Lebensenergie, auch bekannt als Qi, fließt. Es wird angenommen, dass es 12 Hauptmeridiane gibt, die mit den verschiedenen Organen und Körpersystemen verbunden sind. Jeder Meridian hat auch eine bestimmte Funktion und ist mit einem bestimmten Element in der TCM verbunden.

Durch die Stimulation der Meridiane, zum Beispiel durch Akupunktur oder bestimmte Massage-Techniken, soll der Energiefluss im Körper ausgeglichen und die Gesundheit gefördert werden. Letztendlich gleicht diese Massage-Technik der Bindegewebsmassage und hat somit eine entspannende Wirkung bis in die tieferen Muskelgewebeschichten.

Fazit

Die Schröpfkopfmassage ist eine effektive Methode zur Verbesserung der Durchblutung und des Lymphflusses. Sie wird hauptsächlich in der Kosmetik eingesetzt und besteht aus dem Schröpfen und einer Massage. Dies unterstützt die Ausscheidung von Abfallprodukten des Stoffwechsels und stärkt das Immunsystem.

Zudem wird die Haut empfänglicher für pflegende Substanzen, da Salben und Cremes effektiver aufgenommen werden können. Insgesamt hat die Schröpfkopfmassage eine entspannende Wirkung bis in die tieferen Muskelgewebeschichten und kann dazu beitragen, die Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern.

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